Taxi oder öffentlicher Bus also 40,-- (6,-- Euro) oder 12,-- Yuan (1,60
Euro). Wo ist der Spaßfaktor größer und die Freiheit unbegrenzter. Der
öffentliche Bus ist die Wahl. Bus Nr. 2 soll zur Grotte führen. Der Reiseleiter
fragt eine Frau, ob dieser Bus zur Grotte fährt. Sie spricht den chinesischen
Dialekt meines Reiseleiters nicht. Er zeigt sein Tablet mit den chinesischen
Schriftzeichen der Yungang-Grotte. Der Dialog dazu: Nein. Falscher Bus –
welcher Bus? – Nr. 17 – die müssen in diese Richtung (die Hand eines Fahrgastes
zeigt winkend in die gemeinte Richtung) – Smartphone der Frau hilft: Aussteigen
und zur Bus Nr. 17 gehen – gut – Pause – jetzt? – Ja. Xiexie. Der ganze Bus
nickt uns zu. Ich stehe auf der Straße und schaue. Eine Frau, die im Bus war
sagt: „Follow me.“ Ich gehe ihr nach. Sie bleibt stehen und zeigt auf die
andere Straßenseite mit der Haltestelle des Busses Nr. 17. Dann zeigt sie auf
die geregelte Kreuzung zum überqueren der Straße. Ich gehe ihr nach, denn mit
einer Chinesin komme ich vielleicht lebend über die stark befahrene Straße. Die
Fahrtzeitentafel des Busses Nr. 17 ist in Chinesisch. Der Bus kommt. Mein
Reiseleiter steigt ein und zeigt sein Tablet der Fahrerin. Sie nickt
desinteressiert und das macht desillusioniert. Der Bus Nr. 17 erreicht seine Endstation.
Alle steigen aus. Hier kann nicht die Grotte sein. Ein Mann kommt auf meinen
Reiseleiter zu und deutet Nr. 3 und dass er ihm folgen soll. Mein Reiseleiter
folgt dem Fremden und ich laufe hinterher. Der Bus Nr. 3 fährt ein und der
Fremde deutet „einsteigen“. Im Bus Nr. 3 steht ein alter, schmächtiger Chinese
auf, um meinem Reiseleiter seinen Platz anzubieten. Ich lache. Eine Frau steht
für mich auf. Ich lache nicht mehr. Endstation des Busses Nr. 3 bei der Grotte.
Gute Wahl die Öffis zu nehmen, denn der Spaßfaktor war hoch.
Ticket-Office: Zwei junge Chinesinnen sehen den Reiseleiter an und dann
mich. Sie sagen: Passport. Ich denke mir: „Warum? Vielleicht für die Statistik:
from Aodili zwei Personen.“ Nein, falsch geraten. Der alte Mann, also der Herr
Reiseleiter, braucht keinen Eintritt zu bezahlen. Free. Ich muss 125,-- Yuan
zahlen. (18,-- Euro). Mein Reiseleiter vermutet nun, dass er vielleicht nie
einen Eintritt zahlen hätte müssen auf der bisherigen Reise. Blöd gelaufen.
Beim Eingang passierte ich mit meinem Ticket den Schranken. Was ist mit dem Ticket
vom Herrn Reiseleiter? „He is an old man. Free.“ Die Chinesen am Schalter
lachen. „Passport, please.“ Ja, tatsächlich alter Mann darf passieren.
Datongs Blütezeit was 460-525 n.Chr. In dieser Zeit wurden in eine ein
Kilometer lange Sandsteinfelswand 51.000 Buddha Statuen gemeißelt. Sie waren
verteilt auf 252 Grotten und Nischen.
Beeindruckend sind die fünf großen Darstellungen Buddhas. Einer davon
sitzend mit 17 m Höhe. Er hat ein goldenes Gesicht und blaue Haare. In einer
anderen Höhle thront Buddha umgeben von 1.000 kleinen Buddhastatuen. Einige der
Höhlen sind noch in verblaster Farbenpracht.
Keine Touristen. Fast keine Touristen. Ich habe ausreichend Platz und
Ruhe um mir die Höhlen anzusehen. Keine hysterischen Gruppen mit orangenen
Kapperln und schreienden Führern. Kein Wegdränge. Ich werde nicht abgeschoben.
Das gesamte Parkreal, es ist chinesisch groß, liegt in weißer
Blütenpracht unter Pinienbäumen. Die Blütenfarben Gelb und Rosa brauchen noch
ein paar wenige Sonnentag um sich stärker zu entfalten.
Übrigens Sonnentage. Es ist sehr kalt. Am Morgen 5°C wolkig und am Mittag
15°C sonnig und windig. Ich habe mich mit vier Schichten angezogen, eine warme
Jeans, dicke Socken und Wanderschuhe. Mein Wärmeempfinden war ein „gerade noch
O.K.“
Mit dem öffentlichen Bus Nr. 306 konnte ich direkt in die Stadt fahren.
Der Autobuschauffeur ist zu meinem Reiseleiter überaus freundlich und mimt
einen Zug nach um zu zeigen in welche Richtung er fährt. Endstation ist der
Bahnhof. 3,-- Yuan pro Person (0,45 Euro). Der Busfahrer lässt uns bei einem
Eingangstor der Stadtmauer aussteigen. Es ist keine Station, bevor sich die
armen Langnasen verirren, besser aussteigen lassen, sie dürften sich hier
auskennen. „Xiexie“. Am sicheren Gehsteig drehe ich mich noch einmal zum Bus um
und winke. Der Fahrer und alle Fahrgäste winken zurück.
Herr Reiseleiter hat entschieden: Wir haben so viel gespart an Eintritt
und Tourengeld, dass wir das Abendessen im Hotel einnehmen werden. Buffet vom
Feinsten: Krebs, Garnelen, Tintenfisch, Sushi, Sashimi, Venusmuscheln, Austern,
kleine Muscheln, große Muscheln, … bei meinem verzweifelten Blick in die Augen
des Krebses und dem klopfen auf seine Schale bringt mir Fräulein Wendy eine
Zange. Ich zucke mit den Achseln. „Bitte helfen.“ Wendy holt sich Handschuhe
und öffnet die Schale des Krebses mit roher Gewalt. Zum Glück ist das Tier
schon tot, jetzt wäre es gestorben. Habe dieses Fleisch gekostet. Kann nicht
viel. Mein erster Krebs wird mein letzter Krebs sein.
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Ich habe dünne Windjacken gefunden, die in ein kleinen Säckchen passen. In China brauche ich die Größe XXXL. Diese Jacken habe ich schon öfter in Europa gesehen, hatten immer Asiaten an. Juchuu gefunden.













A so a Freid, der alte Reiseleiter kudert über die beheizte Klobrille, es ist köstlich. Tröstlich ist nur, dass die div. Leute seinen Ausweis brauchen um das wahre Alter festzustellen. Eure Reise ist wirklich großartig, ich freu mich für Euch.
AntwortenLöschenLG
Warum ein Ausweis? Die Chinesen können das Alter von Langnasen nicht schätzen. Ich könnte das Alter einer Chinesin auch nicht schätzen. Meine Einteilung ist sehr alt (80) - jung - Baby. Ob jemand 20, 36, 42 oder 65 ist, könnte ich nicht sagen.
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