Dienstag, 25. April 2017

Datong – Yungang-Grotte

Taxi oder öffentlicher Bus also 40,-- (6,-- Euro) oder 12,-- Yuan (1,60 Euro). Wo ist der Spaßfaktor größer und die Freiheit unbegrenzter. Der öffentliche Bus ist die Wahl. Bus Nr. 2 soll zur Grotte führen. Der Reiseleiter fragt eine Frau, ob dieser Bus zur Grotte fährt. Sie spricht den chinesischen Dialekt meines Reiseleiters nicht. Er zeigt sein Tablet mit den chinesischen Schriftzeichen der Yungang-Grotte. Der Dialog dazu: Nein. Falscher Bus – welcher Bus? – Nr. 17 – die müssen in diese Richtung (die Hand eines Fahrgastes zeigt winkend in die gemeinte Richtung) – Smartphone der Frau hilft: Aussteigen und zur Bus Nr. 17 gehen – gut – Pause – jetzt? – Ja. Xiexie. Der ganze Bus nickt uns zu. Ich stehe auf der Straße und schaue. Eine Frau, die im Bus war sagt: „Follow me.“ Ich gehe ihr nach. Sie bleibt stehen und zeigt auf die andere Straßenseite mit der Haltestelle des Busses Nr. 17. Dann zeigt sie auf die geregelte Kreuzung zum überqueren der Straße. Ich gehe ihr nach, denn mit einer Chinesin komme ich vielleicht lebend über die stark befahrene Straße. Die Fahrtzeitentafel des Busses Nr. 17 ist in Chinesisch. Der Bus kommt. Mein Reiseleiter steigt ein und zeigt sein Tablet der Fahrerin. Sie nickt desinteressiert und das macht desillusioniert. Der Bus Nr. 17 erreicht seine Endstation. Alle steigen aus. Hier kann nicht die Grotte sein. Ein Mann kommt auf meinen Reiseleiter zu und deutet Nr. 3 und dass er ihm folgen soll. Mein Reiseleiter folgt dem Fremden und ich laufe hinterher. Der Bus Nr. 3 fährt ein und der Fremde deutet „einsteigen“. Im Bus Nr. 3 steht ein alter, schmächtiger Chinese auf, um meinem Reiseleiter seinen Platz anzubieten. Ich lache. Eine Frau steht für mich auf. Ich lache nicht mehr. Endstation des Busses Nr. 3 bei der Grotte. Gute Wahl die Öffis zu nehmen, denn der Spaßfaktor war hoch.

Ticket-Office: Zwei junge Chinesinnen sehen den Reiseleiter an und dann mich. Sie sagen: Passport. Ich denke mir: „Warum? Vielleicht für die Statistik: from Aodili zwei Personen.“ Nein, falsch geraten. Der alte Mann, also der Herr Reiseleiter, braucht keinen Eintritt zu bezahlen. Free. Ich muss 125,-- Yuan zahlen. (18,-- Euro). Mein Reiseleiter vermutet nun, dass er vielleicht nie einen Eintritt zahlen hätte müssen auf der bisherigen Reise. Blöd gelaufen. Beim Eingang passierte ich mit meinem Ticket den Schranken. Was ist mit dem Ticket vom Herrn Reiseleiter? „He is an old man. Free.“ Die Chinesen am Schalter lachen. „Passport, please.“ Ja, tatsächlich alter Mann darf passieren.



Datongs Blütezeit was 460-525 n.Chr. In dieser Zeit wurden in eine ein Kilometer lange Sandsteinfelswand 51.000 Buddha Statuen gemeißelt. Sie waren verteilt auf 252 Grotten und Nischen.
Beeindruckend sind die fünf großen Darstellungen Buddhas. Einer davon sitzend mit 17 m Höhe. Er hat ein goldenes Gesicht und blaue Haare. In einer anderen Höhle thront Buddha umgeben von 1.000 kleinen Buddhastatuen. Einige der Höhlen sind noch in verblaster Farbenpracht.
Keine Touristen. Fast keine Touristen. Ich habe ausreichend Platz und Ruhe um mir die Höhlen anzusehen. Keine hysterischen Gruppen mit orangenen Kapperln und schreienden Führern. Kein Wegdränge. Ich werde nicht abgeschoben. 



Das gesamte Parkreal, es ist chinesisch groß, liegt in weißer Blütenpracht unter Pinienbäumen. Die Blütenfarben Gelb und Rosa brauchen noch ein paar wenige Sonnentag um sich stärker zu entfalten.
Übrigens Sonnentage. Es ist sehr kalt. Am Morgen 5°C wolkig und am Mittag 15°C sonnig und windig. Ich habe mich mit vier Schichten angezogen, eine warme Jeans, dicke Socken und Wanderschuhe. Mein Wärmeempfinden war ein „gerade noch O.K.“




Mit dem öffentlichen Bus Nr. 306 konnte ich direkt in die Stadt fahren. Der Autobuschauffeur ist zu meinem Reiseleiter überaus freundlich und mimt einen Zug nach um zu zeigen in welche Richtung er fährt. Endstation ist der Bahnhof. 3,-- Yuan pro Person (0,45 Euro). Der Busfahrer lässt uns bei einem Eingangstor der Stadtmauer aussteigen. Es ist keine Station, bevor sich die armen Langnasen verirren, besser aussteigen lassen, sie dürften sich hier auskennen. „Xiexie“. Am sicheren Gehsteig drehe ich mich noch einmal zum Bus um und winke. Der Fahrer und alle Fahrgäste winken zurück.

Herr Reiseleiter hat entschieden: Wir haben so viel gespart an Eintritt und Tourengeld, dass wir das Abendessen im Hotel einnehmen werden. Buffet vom Feinsten: Krebs, Garnelen, Tintenfisch, Sushi, Sashimi, Venusmuscheln, Austern, kleine Muscheln, große Muscheln, … bei meinem verzweifelten Blick in die Augen des Krebses und dem klopfen auf seine Schale bringt mir Fräulein Wendy eine Zange. Ich zucke mit den Achseln. „Bitte helfen.“ Wendy holt sich Handschuhe und öffnet die Schale des Krebses mit roher Gewalt. Zum Glück ist das Tier schon tot, jetzt wäre es gestorben. Habe dieses Fleisch gekostet. Kann nicht viel. Mein erster Krebs wird mein letzter Krebs sein.

Shopping:
Ich habe dünne Windjacken gefunden, die in ein kleinen Säckchen passen. In China brauche ich die Größe XXXL. Diese Jacken habe ich schon öfter in Europa gesehen, hatten immer Asiaten an. Juchuu gefunden.




2 Kommentare:

  1. A so a Freid, der alte Reiseleiter kudert über die beheizte Klobrille, es ist köstlich. Tröstlich ist nur, dass die div. Leute seinen Ausweis brauchen um das wahre Alter festzustellen. Eure Reise ist wirklich großartig, ich freu mich für Euch.
    LG

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  2. Warum ein Ausweis? Die Chinesen können das Alter von Langnasen nicht schätzen. Ich könnte das Alter einer Chinesin auch nicht schätzen. Meine Einteilung ist sehr alt (80) - jung - Baby. Ob jemand 20, 36, 42 oder 65 ist, könnte ich nicht sagen.

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