Ich komme morgen und werde dich in meine Arme schließen. Ich liebe dich.
Flonie aus der Piepmatz-Gruppe2017 - China
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.
Samstag, 29. April 2017
Bejing – der Himmeltempel
Einkaufen gehen und einen Koffer für mich besorgen oder doch noch zum
Himmelstempel. Hmmm. Einkaufen gehen. Ich will nichts mehr sehen. Himmelstempel
ist um vieles größer als die Verbotene Stadt das würde bedeutet noch mehr latschen.
Der Herr Reiseleiter verstreut die Illusion, dass der Weg zum Himmelstempel mit
der Metro gut möglich ist und danach fahren wir zu einem See um zu Essen. O.K.
Der Park zum Himmelstempel ist bombastisch groß. Das Wort groß, Platz und
Menschenmassen haben seit heute eine andere Bedeutung bekommen. Es ist
unendlich heiß und ich schleppe mich von der Metro zum Eingang. Eintritt zahlen
für drei Sehenswürdigkeiten. Zwei mickrige kleine Häuser mit Objekten. Keine
Worte wert.
Ein langer, langer, langer Weg führt zum Eingang des Himmelstempels. Ein
dreistöckiger runder Tempel in der Mitte eines großen, und ich meine großen,
Platzes. Foto, und noch ein Foto. Ich setzte mich auf eine Mauer und schaue mir
das Gewusel der Menschen an. Mein Reiseleiter versucht den Tempel menschenleer
zu fotografieren. Viel Spaß wünsche ich. Ich bewege mich von meinem
Schattenplätzchen nicht mehr weg. Es hat 29°C und die Sonne ist unerbittlich.
Ich war nicht im Inneren des
Sonnentempels. Ehrlich? Drei Wochen buddhistische Tempel brauche ich noch mehr
Worte? Mein Reiseleiter hat durch seine Enttäuschung meine Vermutung bestätigt.
Langsam geht die Sonne unter und der Magen hätte gerne etwas zu essen.
Heute hat er noch nichts G’scheites
bekommen.
Auf zum See um Abend zu essen. Mit der Metro quer durch die Stadt und
zwei Mal umsteigen. Meine Füße tragen mich kaum noch. Lange, lange, lange,
lange sind die Wege von einer Metro zur nächsten Metro (Strecke wie Nestroyplatz
– Schwedenplatz natürlich unterirdisch). Hoffentlich bietet der See ein tolles
Ambiente und ein sehr gutes Essen als krönenden Abschluss des Tages und der
Reise.
Menschenmassen schieben sich am Ufer weiter und am kleinen See fahren
mehr Boote als auf meiner Alten Donau.
Ein Cocktail hilft mir meinen Ärger über Menschenmassen, hupen, rempeln,
groß und Platz zu überwinden.
Cocktails waren gut, zu lange Wartezeit auf das Essen und dann noch
grottenschlecht. Ein paar wenige Dumplings, denn die anderen verzehrte mein
Reiseleiter, während er auf sein Essen wartet. Die Seafoodsuppe muss ich stehen
lassen. Ungenießbar.
Blick von der Dachterrassenbar:
Ich will mit dem Taxi ins Hotel. Mein Reiseleiter wählt den Bus und einen
Fußmarsch.
Endlich im Hotel. Es ist 21.00 Uhr. Ich bin wieder verärgert. Habe keinen
Koffer, den ich so dringend brauche, sondern nur einen Haufen Fotos von Mensch,
Platz und groß.
Schade mein letzter Tag der volle Flop.
Ich danke dem Reiseleiter, dass er die Tour in Shanghai beginnen hat
lassen. Ein guter Beginn, tolle weitere Erlebnisse bis Datong. Bejing finde ich
entbehrlich macht aber die Heimreise viel leichter.
Bejing – die Verbotene Stadt Teil II
Mein Reiseleiter hat die Idee möglichst früh bei der Verbotenen Stadt zu
sein, um die nicht mögliche Besichtigung von vor zwei Tagen zu starten.
Vorgestern waren die Tore um 16.00 Uhr geschlossen. Vorgestern habe ich auch
gelernt, dass es einen Eingang und einen Ausgang gibt und kein gegen die
Wegweiser gehen erlaubt ist.
Heute habe ich erfahren warum. Die Metro-Stationen Tian’anmen East und
Tian’anmen West sind gesperrt. Ein schlechtes Zeichen. Es sind jene Stationen die
zur Verbotenen Stadt führen. Eine Sicherheits-Kontrolle weit, weit, weit weg
vom Eingang und davor eine Menschenmenge. Ich will die Aktion abbrechen. Mein
Reiseleiter: „Wenn wir schon da sind.“ Ich komme, in Anbetracht der vielen
Leute, rasch weiter bis zur Taschenkontrolle.
Mein
Reiseleiter sieht mein verzweifeltes Gesicht und sagt: „Geht’s.“ „Wenn die
Reise in Bejing begonnen hätte, wäre ich sicherlich mit dem nächsten Flug
wieder nach Wien geflüchtet. Ich will nach Hause. Bejing gefällt mir nicht und
die Verbotene Stadt ist eine Ansammlung von roten unzugänglichen Häusern. Diese
Sehenswürdigkeit ist völlig überschätzt. Die Innenhöfe sind kahl und mit Beton
ausgegossen. Keine Sitzbänke. Keine Blumenträge. Kein Bäumchen.“
Mein
Reiseleiter nimmt mich bei der Hand und führt mich durch weniger frequentierte
Seitendurchgänge im Schatten von einem Hof zum nächsten. Endlich kann ich mir ein
Haus von innen ansehen. Es ist die Halle der Harmoniewahrung. Vor dem
vergitterten Tor ist eine um sich schlagende und schreiende und fotografierende
Menschenmasse. Augen zu und durch. Weiter gehen im Schatten der
Seitendurchgänge
Heute habe ich erfahren warum. Die Metro-Stationen Tian’anmen East und
Tian’anmen West sind gesperrt. Ein schlechtes Zeichen. Es sind jene Stationen die
zur Verbotenen Stadt führen. Eine Sicherheits-Kontrolle weit, weit, weit weg
vom Eingang und davor eine Menschenmenge. Ich will die Aktion abbrechen. Mein
Reiseleiter: „Wenn wir schon da sind.“ Ich komme, in Anbetracht der vielen
Leute, rasch weiter bis zur Taschenkontrolle.
Danach gibt es eine große Menge, so dick und lang wie ein chinesischer
Drachen, der sich zum großen Eingangstor bewegt. Mao blickt auf uns herab und
freut ich über so viele Besucher. Vor dem Mittagstor sind die Kassen auf
10.000ende Personen vorbereitet. Die Kassen haben Ein- und Abgänge mit roten
Bändern. Davor Männer mit Megaphonen bewaffnet. Kaum Menschen. Wo sind die alle
hingekommen? Mein Reiseleiter darf 50% Rabatt in Anspruch nehmen, weil er schon
so alt ist. Eintrittskartenkontrolle beim Mittagstor. Die Menschen werden immer
mehr und mehr und mehr. Wo waren sie alle? Bei der Kassa waren sie nicht. Bunte
Ameisen mit schirmen und Hüten auf einem der mächtigen Innenhöfen.
Mein
Reiseleiter sieht mein verzweifeltes Gesicht und sagt: „Geht’s.“ „Wenn die
Reise in Bejing begonnen hätte, wäre ich sicherlich mit dem nächsten Flug
wieder nach Wien geflüchtet. Ich will nach Hause. Bejing gefällt mir nicht und
die Verbotene Stadt ist eine Ansammlung von roten unzugänglichen Häusern. Diese
Sehenswürdigkeit ist völlig überschätzt. Die Innenhöfe sind kahl und mit Beton
ausgegossen. Keine Sitzbänke. Keine Blumenträge. Kein Bäumchen.“
Mein
Reiseleiter nimmt mich bei der Hand und führt mich durch weniger frequentierte
Seitendurchgänge im Schatten von einem Hof zum nächsten. Endlich kann ich mir ein
Haus von innen ansehen. Es ist die Halle der Harmoniewahrung. Vor dem
vergitterten Tor ist eine um sich schlagende und schreiende und fotografierende
Menschenmasse. Augen zu und durch. Weiter gehen im Schatten der
Seitendurchgänge
Der Höhepunkt der Dränglerei ist vor dem vergitterten Tor der Inneren
Thronhalle. Jetzt muss ich sterben. Ich werde erdrückt von fotografierenden
Chinesen. Ich dränge mich nach meinem Foto rücksichtslos zurück.
Immer mehr Leute drängen sich durch die Tore weiter. In einen kleinen
Garten. Es gibt hier so viele Menschen, dass kein Garten mehr übrig bleibt.
Jetzt weiß ich wieder ganz, ganz, ganz genau warum ich gerne in meinen
kleinen Stadt Wien wohne. Ich bin mir sicher, dass es an einem Tag in der
Verbotenen Stadt so viele Besucher gibt wie in ganz Wien an einem Tag.
Eckdaten:
1406 – 1420 gebaut unter Kaiser der Ming-Dynastie Yongle.
Fläche: 720.000 m² - verbaute Fläche 150.000 m² (890 Paläste)
Zimmer: 9.999 ½ nur im Himmelspalast soll es 10.000 Zimmer geben.
Bejing – die Große Mauer bei Mutianyu
Wer eine Möglichkeit sucht die Große Mauer möglichst ohne Fähnchentouristen
zu sehen, der sollte sie bei Matianyu besuchen. Mein Reiseleiter wiegt die
Leistung Taxi, Bus und Hotelbus genau ab und entscheidet sich für die bequeme
Taxi-Variante mit Zeituhr. Die Fahrt dauert 1 ½ Stunden. Der Taxifahrer wird
auf uns warten um uns wieder zum Hotel zurück zu bringen.
Ich beginne den Aufstieg mit einem Mittagessen, fahre gestärkt mit dem
Bus weiter um von dort zu einer Gondel steil bergauf zu gehen. Von dieser
Stelle geht es weiter steil bergauf zur Großen Mauer. Es ist heiß (29 °C) und
windstill. Es ist mittlerweile 13.00 Uhr. Welcher Weg soll beschritten werden.
Rechts? Links? Rechts beginnen, hier sind viele beschriebene Aussichtspunkte.
Langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen aufwärts, 15 höhere Stufen
aufwärts, langer, langer, langer Weg, Aussichtsturm spendet Schatten und
Fotomotive, langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen abwärts, 15 höhere
Stufen abwärts, … usw. Nach 3 ½ Stunden komme ich zu einem Sessellift und fahre
abwärts um dann wieder zur Gondel zu gehen um nochmals hinauf zu fahren. Ich
möchte den Weg nach links auch ausprobieren.

Es ist 16:15 Uhr. Die Sonne macht
ein rotes, warmes Licht. Wunderschön. Kaum Touristen sind noch auf der Mauer. Langer,
langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen aufwärts, 15 höhere Stufen aufwärts,
langer, langer, langer Weg, Aussichtsturm spendet Schatten und Fotomotive,
langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen abwärts, 15 höhere Stufen
abwärts, … usw. Auf einem der Aussichtstürme sitzt ein Chinese, er telefoniert,
streckt seinen nackten Bauch heraus und streichelt ihn mit großer Liebe. Ja,
das machen die Männer sehr gerne. Ich habe es gelesen, ich habe es gesehen. Die
Zeit drängt, die letzte Gondel geht um 17:30 Uhr ins Tal. Meine Talfahrt war
schon um 17:10 Uhr ohne Stress.
Der Eintritt mit vielen, vielen, vielen verschiedenen Tickets macht
zusammen 185,-- pro Person aus.
Ich beginne den Aufstieg mit einem Mittagessen, fahre gestärkt mit dem
Bus weiter um von dort zu einer Gondel steil bergauf zu gehen. Von dieser
Stelle geht es weiter steil bergauf zur Großen Mauer. Es ist heiß (29 °C) und
windstill. Es ist mittlerweile 13.00 Uhr. Welcher Weg soll beschritten werden.
Rechts? Links? Rechts beginnen, hier sind viele beschriebene Aussichtspunkte.
Langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen aufwärts, 15 höhere Stufen
aufwärts, langer, langer, langer Weg, Aussichtsturm spendet Schatten und
Fotomotive, langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen abwärts, 15 höhere
Stufen abwärts, … usw. Nach 3 ½ Stunden komme ich zu einem Sessellift und fahre
abwärts um dann wieder zur Gondel zu gehen um nochmals hinauf zu fahren. Ich
möchte den Weg nach links auch ausprobieren. 
Es ist 16:15 Uhr. Die Sonne macht
ein rotes, warmes Licht. Wunderschön. Kaum Touristen sind noch auf der Mauer. Langer,
langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen aufwärts, 15 höhere Stufen aufwärts,
langer, langer, langer Weg, Aussichtsturm spendet Schatten und Fotomotive,
langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen abwärts, 15 höhere Stufen
abwärts, … usw. Auf einem der Aussichtstürme sitzt ein Chinese, er telefoniert,
streckt seinen nackten Bauch heraus und streichelt ihn mit großer Liebe. Ja,
das machen die Männer sehr gerne. Ich habe es gelesen, ich habe es gesehen. Die
Zeit drängt, die letzte Gondel geht um 17:30 Uhr ins Tal. Meine Talfahrt war
schon um 17:10 Uhr ohne Stress.
Unterwegs sieht mein Reiseleiter bei einer kleinen Imbissbude ein
T-Shirt, das für seine Statur die geeignet Größe im Sortiment hat. Preis 320,--
Yuan (45,-- Euro). So geht es weiter: Reiseleiter schüttelt den Kopf – wie
viel? – Reiseleiter tippt in den Taschenrechner 50,-- Yuan – no, no more – Mann
tippt in den Rechner 200,-- Yuan – no, no to much – wie viel? – 60,-- – no, more, 150,-- tippt der Mann in den Rechner –
Reiseleiter sagt sehr bestimmt no, my
last price is 75,-- – yes, O.K. – gut dann nehmen wir zwei T-Shirts.
Zusammengefasst von 1 T-Shirt 320,-- auf 2 T-Shirts um 150,-- (22,-- Euro). Der
ursprüngliche Preis ist ein Phantasiepreis. Mein Reiseleiter muss in der Antike
ein arabischer Händler gewesen sein. Das gibt es nicht anders.
Der Taxifahrer wartet und siehe da, die Zeituhr wurde für die Wartezeit
nicht abgestellt. Es stehen auf dem Taxameter 598,-- Yuan, beim Aussteigen
waren es 320,-- Yuan. Das die Wartezeit etwas kosten ist neu und wurde nie
ausgesprochen. Während unserer ganzen Reise durch China war ein Ausflug mit dem
Taxi samt Warten immer nur die Fahrtzeit zu bezahlen. Ein Gauner. Mein
Reiseleiter kocht vor Wut. Ich gebe ihm Recht. Die gesamte China-Reise hat
Buddha die Gauner ferngehalten.
Ich will mir den wunderschönen Tag mit den imposanten Eindrücken nicht
kaputt machen lassen.
In der Stadt angekommen will ich noch eine Kleinigkeit essen gehen und
auf dem Weg zum Restaurant sehe ich turnende und tanzende Chinesen beim
Abendsport. Das ist so lustig. Ich hätte fast meinen Hunger vergessen. Mein
Reiseleiter nicht, denn er war der Krise schon sehr nahe.
Freitag, 28. April 2017
Reisetag: Datong – Bejing
Der Taxifahrer ist pünktlich um 07.00 Uhr zur Stelle und bringt uns zum
Flughafen. Meine fünfte Unfallsituation, Auto trifft auf Moped, dieses Mal ist
es nicht ohne Personenschaden ausgegangen. Der Zweiradlenker liegt am Boden, er
telefoniert. Wahrscheinlich ruft er die Rettung.

Der erste kleine Ausflug ist zur Verbotenen Stadt. Sie ist von einer
Mauer umgeben und hat nur einen einzigen Eingang. Weiter, weiter, weiter Weg
zum Eingang und weiter, weiter, weiter Weg zum Ticket-Schalter. Es ist 16.00
Uhr geschlossen. Weiter, weiter, weiter Rückweg um dort zu erfahren, dass der
Ausgang durch ein Seitentor führt. Weiter, weiter, weiter Weg zurück. Mein
Reiseleiter kann nicht mehr, er kriecht wie ein Wurm und beginnt zu granteln. Ein Eis, das hier fast jeder
Chinese in der Hand hält, einen Wasserblock mit Kokus-Geschmack tröstet meinen
frustrierten Reiseleiter erstmals.

Aus der Verbotenen Stadt ist nichts geworden und der zweite Programmpunkt
ist der Platz des Himmlischen Friedens. Ich stehe an einer seiner Ecken dieses bombastischen
Platzes und fühle mich wie eine winzige Ameise. Er ist so groß, dass er 1
Million Menschen ertragen könnte. Hallo. 1 Million Menschen könnten sich hier
versammeln. Ich schleppe mich über diesen schmuckentfremdenden Platz. Meine
Füße können mich kaum mehr tragen. Mein Reiseleiter nimmt mich am Händchen und
zieht mich hinter sich her, wie ein kleines Kind. Er bringt mich mit der U-Bahn
ins Hotel. Der Pool im Hotel ist … zu vergessen, die Sauna ohne Ruheraum … ist
zu vergessen. Eine Fußmassage rettet meine Zecherln vom Erschöpfungstod. Eine
Flasche Rotwein vom Supermarkt wird mich in den Schlaf tragen.
Bejing: 27°C und Sonne. Das soll eine seltene Kombination sein. Mein
erster Eindruck während der Fahrt mit dem Airport-Train und der U-Bahn, der
Gesamteindruck ist abgenutzt. Unter den Massen sind einige sehr arme bettelnde
Menschen zu sehen. Auffällig zu sehen ist, dass Frauen wie Männer hier noch
immer einen Niki-Hausanzug, in unterschiedlichem Design, auf der Straße tragen.
Im Hotel angekommen ist von der Herzlichkeit wie in Datong, Pingyao oder
Xian nichts mehr zu spüren. Schade. Ich bin meinem Reiseleiter sehr dankbar,
dass er die Reise in Shangai beginnen hat lassen und sie hier in Bejing enden
wird. Ein sanfter Einstieg, ruhige Phasen, programmintensive Einheiten und zum
Schluss Bejing.
Einkaufsstraße; alles größer als daheim:
Eine Hungerkrise bahnt sich an, für diese Zustände bin ich in China
zuständig. Wenn nicht bald ein Essen naht, laufe ich umher und versuche kleine
Kinder zu fressen.

Der erste kleine Ausflug ist zur Verbotenen Stadt. Sie ist von einer
Mauer umgeben und hat nur einen einzigen Eingang. Weiter, weiter, weiter Weg
zum Eingang und weiter, weiter, weiter Weg zum Ticket-Schalter. Es ist 16.00
Uhr geschlossen. Weiter, weiter, weiter Rückweg um dort zu erfahren, dass der
Ausgang durch ein Seitentor führt. Weiter, weiter, weiter Weg zurück. Mein
Reiseleiter kann nicht mehr, er kriecht wie ein Wurm und beginnt zu granteln. Ein Eis, das hier fast jeder
Chinese in der Hand hält, einen Wasserblock mit Kokus-Geschmack tröstet meinen
frustrierten Reiseleiter erstmals.
Aus der Verbotenen Stadt ist nichts geworden und der zweite Programmpunkt
ist der Platz des Himmlischen Friedens. Ich stehe an einer seiner Ecken dieses bombastischen
Platzes und fühle mich wie eine winzige Ameise. Er ist so groß, dass er 1
Million Menschen ertragen könnte. Hallo. 1 Million Menschen könnten sich hier
versammeln. Ich schleppe mich über diesen schmuckentfremdenden Platz. Meine
Füße können mich kaum mehr tragen. Mein Reiseleiter nimmt mich am Händchen und
zieht mich hinter sich her, wie ein kleines Kind. Er bringt mich mit der U-Bahn
ins Hotel. Der Pool im Hotel ist … zu vergessen, die Sauna ohne Ruheraum … ist
zu vergessen. Eine Fußmassage rettet meine Zecherln vom Erschöpfungstod. Eine
Flasche Rotwein vom Supermarkt wird mich in den Schlaf tragen. ![]() |
| Polizeiauto in klein |
Mittwoch, 26. April 2017
Datong – das hängende Kloster
Spaßbefreit aber sicher, hat sich mein Reiseleiter entschieden mit dem
Taxi zum 70 km entfernten Kloster zu fahren. (220,-- Yuan = 33,-- Euro hin und
retour mit warten)

Lebend beim hängenden Kloster angekommen. Auf dürren Stelzen balancierten
kleine Tempelhallen und Pavillons an einer überhängenden Felswand. Der Anblick
des Bauwerks in der Schlucht war sicherlich vor dem Staudammbau spektakulärer.
Ich habe sehr lange gerätselt, wie ein solches Bauwerk zustande gebracht worden
ist 600 n.Chr. Herr Zhang hat sich als einziger Baumeister bereit erklärt, sich
über dieses Bauvorhaben zu stürzen. Teile der Bauten wurden erstellt, auf den
Berg getragen und dann von Oben mit Seilen an die gewünschten Stellen gebracht.
Die Arbeiter sollen eine Seilschlaufe an der Taille und eine an einem Bein
gehabt haben. Es steht nicht, wie viele während der Bauzeit gestorben sind.
Alle mal eine tolle Leistung Herr Zhang. Sie haben sich ein Denkmal gesetzt.

Der Verkehr ist in der Stadt etwas sonderbar. Die Regeln undurchsichtig
bis undurchschaubar. Der größere und stärkere hat Vorrang. Die LKWs, besonders
auf der Landstraße, machen was sie wollen, sie sind die Chefs der Straße. Sie
überholen bergauf in einer uneinsichtigen Kurve, sie fahren vom haltenden
Zustand ohne blinken weg, das Überholmanöver wird gestartet auch wenn ein PKW
in der Gegenrichtung fährt. Unser Taxifahrer musste zwei Mal stehen bleiben um
das Manöver des LKWs abzuwarten und auch zu hoffen, dass er unsere vordere
linke Seite nicht rammt. Beim dritten Stillstand dieser Art fuhren zwei Autos
hinter uns zusammen.
Wird eine Straße gequert heißt es hupen, Augen zu und durch. Irgendjemand
wird aufpassen. Vielleicht der Dickbauchbuddha.
Insgesamt habe ich in drei Wochen Verkehrsbeobachtung, mit heute, vier
Unfälle gesehen.

Lebend beim hängenden Kloster angekommen. Auf dürren Stelzen balancierten
kleine Tempelhallen und Pavillons an einer überhängenden Felswand. Der Anblick
des Bauwerks in der Schlucht war sicherlich vor dem Staudammbau spektakulärer.
Ich habe sehr lange gerätselt, wie ein solches Bauwerk zustande gebracht worden
ist 600 n.Chr. Herr Zhang hat sich als einziger Baumeister bereit erklärt, sich
über dieses Bauvorhaben zu stürzen. Teile der Bauten wurden erstellt, auf den
Berg getragen und dann von Oben mit Seilen an die gewünschten Stellen gebracht.
Die Arbeiter sollen eine Seilschlaufe an der Taille und eine an einem Bein
gehabt haben. Es steht nicht, wie viele während der Bauzeit gestorben sind.
Alle mal eine tolle Leistung Herr Zhang. Sie haben sich ein Denkmal gesetzt.
Der Taxifahrer chauffiert die Piepmatz-Gruppe wieder sicher ins Hotel. Xiexie.
Er hat uns für den nächsten Tag gebucht und bringt uns zum Flughafen.
Ich würde gerne die Sprache begreifen. Es gibt kein Alphabet. Es gibt
Silben und Hauptwörter und neue Zusammensetzungen ergeben eine neue Bedeutung.
Eine Frau und ein Kind ergeben zusammen das Zeichen für „gut“. Zwei Bäume
stehen für Wald. Zwei Frauen ergeben „Streit“. Ein Baum und ein Elefant ergeben
„Eiche“. Das Wort Hubschrauber setzt sich zusammen aus „gerade / hochsteigen /
Flug / Maschine“.
Deklinationen, Artikel, Zeitabwandlungen und andere Grammatikregeln
existieren nicht. Eine sehr leichte Sprache. Oder? Das erste Zeichenlexikon aus
dem Jahre 121 n.Chr. umfasste knapp 10.000 Zeichen, 1162 waren es bereits
25.000 Zeichen. Ein heutiges Großlexika umfasst um die 60.000 Zeichen, 5.000
davon werden sehr oft benutzt und mit 3.500 Zeichen ist das Zeitung lesen
möglich. Doch keine leichte Sprache. Oder?
Während der Schulzeit werden unentwegt Schriftzeichen gelernt, für
Kreativität und Selbständigkeit bleibt keine Zeit.
Nach der Revolution 1949 sollte das Volk lesen und schreiben können und
es wurde eine Vereinfachung der Schriftzeichen vorgenommen.
Die Dialekte sind so ausgeprägt, dass sich die Chinesen untereinander
nicht verstehen müssen. ABER das Zeichen, also die Schrift, ist für alle
gleich. Es wird aufgeschrieben und sei es nur im Handinneren mit dem Finger
gezeigt.
Dienstag, 25. April 2017
Datong – Yungang-Grotte
Taxi oder öffentlicher Bus also 40,-- (6,-- Euro) oder 12,-- Yuan (1,60
Euro). Wo ist der Spaßfaktor größer und die Freiheit unbegrenzter. Der
öffentliche Bus ist die Wahl. Bus Nr. 2 soll zur Grotte führen. Der Reiseleiter
fragt eine Frau, ob dieser Bus zur Grotte fährt. Sie spricht den chinesischen
Dialekt meines Reiseleiters nicht. Er zeigt sein Tablet mit den chinesischen
Schriftzeichen der Yungang-Grotte. Der Dialog dazu: Nein. Falscher Bus –
welcher Bus? – Nr. 17 – die müssen in diese Richtung (die Hand eines Fahrgastes
zeigt winkend in die gemeinte Richtung) – Smartphone der Frau hilft: Aussteigen
und zur Bus Nr. 17 gehen – gut – Pause – jetzt? – Ja. Xiexie. Der ganze Bus
nickt uns zu. Ich stehe auf der Straße und schaue. Eine Frau, die im Bus war
sagt: „Follow me.“ Ich gehe ihr nach. Sie bleibt stehen und zeigt auf die
andere Straßenseite mit der Haltestelle des Busses Nr. 17. Dann zeigt sie auf
die geregelte Kreuzung zum überqueren der Straße. Ich gehe ihr nach, denn mit
einer Chinesin komme ich vielleicht lebend über die stark befahrene Straße. Die
Fahrtzeitentafel des Busses Nr. 17 ist in Chinesisch. Der Bus kommt. Mein
Reiseleiter steigt ein und zeigt sein Tablet der Fahrerin. Sie nickt
desinteressiert und das macht desillusioniert. Der Bus Nr. 17 erreicht seine Endstation.
Alle steigen aus. Hier kann nicht die Grotte sein. Ein Mann kommt auf meinen
Reiseleiter zu und deutet Nr. 3 und dass er ihm folgen soll. Mein Reiseleiter
folgt dem Fremden und ich laufe hinterher. Der Bus Nr. 3 fährt ein und der
Fremde deutet „einsteigen“. Im Bus Nr. 3 steht ein alter, schmächtiger Chinese
auf, um meinem Reiseleiter seinen Platz anzubieten. Ich lache. Eine Frau steht
für mich auf. Ich lache nicht mehr. Endstation des Busses Nr. 3 bei der Grotte.
Gute Wahl die Öffis zu nehmen, denn der Spaßfaktor war hoch.
Ticket-Office: Zwei junge Chinesinnen sehen den Reiseleiter an und dann
mich. Sie sagen: Passport. Ich denke mir: „Warum? Vielleicht für die Statistik:
from Aodili zwei Personen.“ Nein, falsch geraten. Der alte Mann, also der Herr
Reiseleiter, braucht keinen Eintritt zu bezahlen. Free. Ich muss 125,-- Yuan
zahlen. (18,-- Euro). Mein Reiseleiter vermutet nun, dass er vielleicht nie
einen Eintritt zahlen hätte müssen auf der bisherigen Reise. Blöd gelaufen.
Beim Eingang passierte ich mit meinem Ticket den Schranken. Was ist mit dem Ticket
vom Herrn Reiseleiter? „He is an old man. Free.“ Die Chinesen am Schalter
lachen. „Passport, please.“ Ja, tatsächlich alter Mann darf passieren.
Datongs Blütezeit was 460-525 n.Chr. In dieser Zeit wurden in eine ein
Kilometer lange Sandsteinfelswand 51.000 Buddha Statuen gemeißelt. Sie waren
verteilt auf 252 Grotten und Nischen.
Beeindruckend sind die fünf großen Darstellungen Buddhas. Einer davon
sitzend mit 17 m Höhe. Er hat ein goldenes Gesicht und blaue Haare. In einer
anderen Höhle thront Buddha umgeben von 1.000 kleinen Buddhastatuen. Einige der
Höhlen sind noch in verblaster Farbenpracht.
Keine Touristen. Fast keine Touristen. Ich habe ausreichend Platz und
Ruhe um mir die Höhlen anzusehen. Keine hysterischen Gruppen mit orangenen
Kapperln und schreienden Führern. Kein Wegdränge. Ich werde nicht abgeschoben.
Das gesamte Parkreal, es ist chinesisch groß, liegt in weißer
Blütenpracht unter Pinienbäumen. Die Blütenfarben Gelb und Rosa brauchen noch
ein paar wenige Sonnentag um sich stärker zu entfalten.
Übrigens Sonnentage. Es ist sehr kalt. Am Morgen 5°C wolkig und am Mittag
15°C sonnig und windig. Ich habe mich mit vier Schichten angezogen, eine warme
Jeans, dicke Socken und Wanderschuhe. Mein Wärmeempfinden war ein „gerade noch
O.K.“
Mit dem öffentlichen Bus Nr. 306 konnte ich direkt in die Stadt fahren.
Der Autobuschauffeur ist zu meinem Reiseleiter überaus freundlich und mimt
einen Zug nach um zu zeigen in welche Richtung er fährt. Endstation ist der
Bahnhof. 3,-- Yuan pro Person (0,45 Euro). Der Busfahrer lässt uns bei einem
Eingangstor der Stadtmauer aussteigen. Es ist keine Station, bevor sich die
armen Langnasen verirren, besser aussteigen lassen, sie dürften sich hier
auskennen. „Xiexie“. Am sicheren Gehsteig drehe ich mich noch einmal zum Bus um
und winke. Der Fahrer und alle Fahrgäste winken zurück.
Herr Reiseleiter hat entschieden: Wir haben so viel gespart an Eintritt
und Tourengeld, dass wir das Abendessen im Hotel einnehmen werden. Buffet vom
Feinsten: Krebs, Garnelen, Tintenfisch, Sushi, Sashimi, Venusmuscheln, Austern,
kleine Muscheln, große Muscheln, … bei meinem verzweifelten Blick in die Augen
des Krebses und dem klopfen auf seine Schale bringt mir Fräulein Wendy eine
Zange. Ich zucke mit den Achseln. „Bitte helfen.“ Wendy holt sich Handschuhe
und öffnet die Schale des Krebses mit roher Gewalt. Zum Glück ist das Tier
schon tot, jetzt wäre es gestorben. Habe dieses Fleisch gekostet. Kann nicht
viel. Mein erster Krebs wird mein letzter Krebs sein.
Shopping:
Ich habe dünne Windjacken gefunden, die in ein kleinen Säckchen passen. In China brauche ich die Größe XXXL. Diese Jacken habe ich schon öfter in Europa gesehen, hatten immer Asiaten an. Juchuu gefunden.
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