Sonntag, 23. April 2017

Reisetag: Xian nach Pingyao

Der Zug fährt um 09.07 Uhr. Ein Taxi bringt mich zum Xian-Nord-Bahnhof ca. 20 km außerhalb der Stadt. Der Wiener Hauptbahnhof ist klein, Flughafen Schwechat ist klein, alle Hauptbahnhöfe in Europa sind winzig. Mein Mund bleibt offen und ich staune. Der Ablauf vom Eintreten in den Bahnhof, der Wartebereich, die Abfahrtstafeln, die Durchsagen, bis zum Bahnsteig und das Einnehmen des reservierten Sitzplatzes … perfekter Ablauf. Die Tatsache ist, in Europa herrscht Chaos. Fahrtstrecke 500 km in 2 Std. 25 Min. (Auto 5 Std. 15 Min.) wie von Wien nach Innsbruck. Die ÖBB kann davon nur träumen. Österreich hat auch die gute Ausrede der Berge. Der Hochgeschwindigkeitszug fährt meist 240 km/h, falsch er gleitet, der Komfort ist unübertrefflich.

Auf der Strecke kann ich trotz der Schnelligkeit noch die Landschaft erkennen. Ich kann große, und ich meine große, Flächen an Anbaugebiete sehen. Obst und Gemüse in Plastikgewächshäuser, später Reisterrassen.


 
Pingyao ist die älteste Stadt Chinas. Die ersten Menschen siedelten sich hier in der Altsteinzeit an. Die Stadt wurde während der Kulturrevolution verschont. Die Stadtmauer ist nicht zerstört und in der Innenstadt stehen die typischen chinesischen alten Bauten. Das Harmony Hotel ist eines dieser erhaltenen alten Gebäude. Innerhalb der Stadtmauer ist Autoverbot. Unser Taxifahrer verhängt die Nummernschilder mit einem Tuch und glaubt nicht gesehen zu werden. Keine Polizei hat uns gesehen.


In China wurde für die Polizei immer das entsprechende und geeignete Fahrzeug als Polizeifahrzeug umfunktioniert. Toll. Segway, Golfwagerl, Minielektro-Zweisitzer, Mopeds, … ein blinkendes blau-rot Licht fehlt nie.

Ich wandere durch die Stadt. Es gibt viele Essensstände. Heute habe ich mir etwas Süßes ausgesucht. Dunkler Reis mit Obststückchen. Es ist alles nur nicht süß. Die Chinesen salzen  nicht und süßen nicht. Sie sind gut genährt aber nicht dick und sicher gesund.



Tempel – nein, Museum – nein, nur durch die Straßen gehen und sich treiben lassen. Doch ein kleines Museum habe ich besucht. Das Rindfleischmuseum. Pingyao ist für seine Fleischverarbeitung bekannt.
Meine Nase ist nach längerem Wandeln durch die Stadt sehr beleidigt, um nicht zu sagen verstört. Pingyao ist bekannt für seinen Essig. Er rinnt und fließt überall und verbreitet diesen strengen Duft. Ich flüchte in ein Café. Kaffeebohnen helfen immer, wenn die Nase etwas beleidigt ist.



Shopping: Ich habe eine Dose erstanden, eine zusammenfaltbare Holzschale, ein kleines Schweinchen, eine Kröte, einen silbernen Buddha. Ohne meinen lieben Reiseleiter wären die Souvenirs nicht so billig geworden.

Szene: kleiner silberner Buddha – was kosten er – 180,--  – nein zu teuer – Chinese fragt: „Was bietest du?“ – Reiseleiter schreibt in den Taschenrechner 50,--  – Chinese schüttelt den Kopf – Reiseleiter will gehen – Chinese haltet ihn auf und schreibt 80,--  – Reiseleiter schreibt 60,-- – Kauf abgeschlossen. Hallo wie geht das? Das hätte ich nie geschafft.

Hausgemachte Nudeln:

Grillen im Käfig:

3 Kommentare:

  1. Werden dir Grillen gegrillt ??? LG.Robert

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  2. Ehrlich? Ich weiß es nicht. Mehrere Möglichkeiten stehen offen: 1. die Freiheit schenken 2. beruhigende Musik in Austria werden Entspannungs-CDs verkauft mit Gezwitscher und Gezirpe 3. schmackhafte Vorspeise

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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