Samstag, 29. April 2017

Bejing – die Große Mauer bei Mutianyu

Wer eine Möglichkeit sucht die Große Mauer möglichst ohne Fähnchentouristen zu sehen, der sollte sie bei Matianyu besuchen. Mein Reiseleiter wiegt die Leistung Taxi, Bus und Hotelbus genau ab und entscheidet sich für die bequeme Taxi-Variante mit Zeituhr. Die Fahrt dauert 1 ½ Stunden. Der Taxifahrer wird auf uns warten um uns wieder zum Hotel zurück zu bringen.

Der Eintritt mit vielen, vielen, vielen verschiedenen Tickets macht zusammen 185,-- pro Person aus.
Ich beginne den Aufstieg mit einem Mittagessen, fahre gestärkt mit dem Bus weiter um von dort zu einer Gondel steil bergauf zu gehen. Von dieser Stelle geht es weiter steil bergauf zur Großen Mauer. Es ist heiß (29 °C) und windstill. Es ist mittlerweile 13.00 Uhr. Welcher Weg soll beschritten werden. Rechts? Links? Rechts beginnen, hier sind viele beschriebene Aussichtspunkte. Langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen aufwärts, 15 höhere Stufen aufwärts, langer, langer, langer Weg, Aussichtsturm spendet Schatten und Fotomotive, langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen abwärts, 15 höhere Stufen abwärts, … usw. Nach 3 ½ Stunden komme ich zu einem Sessellift und fahre abwärts um dann wieder zur Gondel zu gehen um nochmals hinauf zu fahren. Ich möchte den Weg nach links auch ausprobieren. 

Es ist 16:15 Uhr. Die Sonne macht ein rotes, warmes Licht. Wunderschön. Kaum Touristen sind noch auf der Mauer. Langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen aufwärts, 15 höhere Stufen aufwärts, langer, langer, langer Weg, Aussichtsturm spendet Schatten und Fotomotive, langer, langer, langer Weg, 20 niedrige Stufen abwärts, 15 höhere Stufen abwärts, … usw. Auf einem der Aussichtstürme sitzt ein Chinese, er telefoniert, streckt seinen nackten Bauch heraus und streichelt ihn mit großer Liebe. Ja, das machen die Männer sehr gerne. Ich habe es gelesen, ich habe es gesehen. Die Zeit drängt, die letzte Gondel geht um 17:30 Uhr ins Tal. Meine Talfahrt war schon um 17:10 Uhr ohne Stress.



Unterwegs sieht mein Reiseleiter bei einer kleinen Imbissbude ein T-Shirt, das für seine Statur die geeignet Größe im Sortiment hat. Preis 320,-- Yuan (45,-- Euro). So geht es weiter: Reiseleiter schüttelt den Kopf – wie viel? – Reiseleiter tippt in den Taschenrechner 50,-- Yuan – no, no more – Mann tippt in den Rechner 200,-- Yuan – no, no to much – wie viel? – 60,-- – no,  more, 150,-- tippt der Mann in den Rechner – Reiseleiter sagt sehr bestimmt no, my  last price is 75,-- – yes, O.K. – gut dann nehmen wir zwei T-Shirts. Zusammengefasst von 1 T-Shirt 320,-- auf 2 T-Shirts um 150,-- (22,-- Euro). Der ursprüngliche Preis ist ein Phantasiepreis. Mein Reiseleiter muss in der Antike ein arabischer Händler gewesen sein. Das gibt es nicht anders.

Der Taxifahrer wartet und siehe da, die Zeituhr wurde für die Wartezeit nicht abgestellt. Es stehen auf dem Taxameter 598,-- Yuan, beim Aussteigen waren es 320,-- Yuan. Das die Wartezeit etwas kosten ist neu und wurde nie ausgesprochen. Während unserer ganzen Reise durch China war ein Ausflug mit dem Taxi samt Warten immer nur die Fahrtzeit zu bezahlen. Ein Gauner. Mein Reiseleiter kocht vor Wut. Ich gebe ihm Recht. Die gesamte China-Reise hat Buddha die Gauner ferngehalten.

Ich will mir den wunderschönen Tag mit den imposanten Eindrücken nicht kaputt machen lassen.

In der Stadt angekommen will ich noch eine Kleinigkeit essen gehen und auf dem Weg zum Restaurant sehe ich turnende und tanzende Chinesen beim Abendsport. Das ist so lustig. Ich hätte fast meinen Hunger vergessen. Mein Reiseleiter nicht, denn er war der Krise schon sehr nahe.







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