Heute habe ich erfahren warum. Die Metro-Stationen Tian’anmen East und
Tian’anmen West sind gesperrt. Ein schlechtes Zeichen. Es sind jene Stationen die
zur Verbotenen Stadt führen. Eine Sicherheits-Kontrolle weit, weit, weit weg
vom Eingang und davor eine Menschenmenge. Ich will die Aktion abbrechen. Mein
Reiseleiter: „Wenn wir schon da sind.“ Ich komme, in Anbetracht der vielen
Leute, rasch weiter bis zur Taschenkontrolle.
Danach gibt es eine große Menge, so dick und lang wie ein chinesischer
Drachen, der sich zum großen Eingangstor bewegt. Mao blickt auf uns herab und
freut ich über so viele Besucher. Vor dem Mittagstor sind die Kassen auf
10.000ende Personen vorbereitet. Die Kassen haben Ein- und Abgänge mit roten
Bändern. Davor Männer mit Megaphonen bewaffnet. Kaum Menschen. Wo sind die alle
hingekommen? Mein Reiseleiter darf 50% Rabatt in Anspruch nehmen, weil er schon
so alt ist. Eintrittskartenkontrolle beim Mittagstor. Die Menschen werden immer
mehr und mehr und mehr. Wo waren sie alle? Bei der Kassa waren sie nicht. Bunte
Ameisen mit schirmen und Hüten auf einem der mächtigen Innenhöfen.
Mein
Reiseleiter sieht mein verzweifeltes Gesicht und sagt: „Geht’s.“ „Wenn die
Reise in Bejing begonnen hätte, wäre ich sicherlich mit dem nächsten Flug
wieder nach Wien geflüchtet. Ich will nach Hause. Bejing gefällt mir nicht und
die Verbotene Stadt ist eine Ansammlung von roten unzugänglichen Häusern. Diese
Sehenswürdigkeit ist völlig überschätzt. Die Innenhöfe sind kahl und mit Beton
ausgegossen. Keine Sitzbänke. Keine Blumenträge. Kein Bäumchen.“
Mein
Reiseleiter nimmt mich bei der Hand und führt mich durch weniger frequentierte
Seitendurchgänge im Schatten von einem Hof zum nächsten. Endlich kann ich mir ein
Haus von innen ansehen. Es ist die Halle der Harmoniewahrung. Vor dem
vergitterten Tor ist eine um sich schlagende und schreiende und fotografierende
Menschenmasse. Augen zu und durch. Weiter gehen im Schatten der
Seitendurchgänge
Der Höhepunkt der Dränglerei ist vor dem vergitterten Tor der Inneren
Thronhalle. Jetzt muss ich sterben. Ich werde erdrückt von fotografierenden
Chinesen. Ich dränge mich nach meinem Foto rücksichtslos zurück.
Immer mehr Leute drängen sich durch die Tore weiter. In einen kleinen
Garten. Es gibt hier so viele Menschen, dass kein Garten mehr übrig bleibt.
Jetzt weiß ich wieder ganz, ganz, ganz genau warum ich gerne in meinen
kleinen Stadt Wien wohne. Ich bin mir sicher, dass es an einem Tag in der
Verbotenen Stadt so viele Besucher gibt wie in ganz Wien an einem Tag.
Eckdaten:
1406 – 1420 gebaut unter Kaiser der Ming-Dynastie Yongle.
Fläche: 720.000 m² - verbaute Fläche 150.000 m² (890 Paläste)
Zimmer: 9.999 ½ nur im Himmelspalast soll es 10.000 Zimmer geben.








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