Samstag, 29. April 2017

Bejing – die Verbotene Stadt Teil II

Mein Reiseleiter hat die Idee möglichst früh bei der Verbotenen Stadt zu sein, um die nicht mögliche Besichtigung von vor zwei Tagen zu starten. Vorgestern waren die Tore um 16.00 Uhr geschlossen. Vorgestern habe ich auch gelernt, dass es einen Eingang und einen Ausgang gibt und kein gegen die Wegweiser gehen erlaubt ist.

Heute habe ich erfahren warum. Die Metro-Stationen Tian’anmen East und Tian’anmen West sind gesperrt. Ein schlechtes Zeichen. Es sind jene Stationen die zur Verbotenen Stadt führen. Eine Sicherheits-Kontrolle weit, weit, weit weg vom Eingang und davor eine Menschenmenge. Ich will die Aktion abbrechen. Mein Reiseleiter: „Wenn wir schon da sind.“ Ich komme, in Anbetracht der vielen Leute, rasch weiter bis zur Taschenkontrolle.

Danach gibt es eine große Menge, so dick und lang wie ein chinesischer Drachen, der sich zum großen Eingangstor bewegt. Mao blickt auf uns herab und freut ich über so viele Besucher. Vor dem Mittagstor sind die Kassen auf 10.000ende Personen vorbereitet. Die Kassen haben Ein- und Abgänge mit roten Bändern. Davor Männer mit Megaphonen bewaffnet. Kaum Menschen. Wo sind die alle hingekommen? Mein Reiseleiter darf 50% Rabatt in Anspruch nehmen, weil er schon so alt ist. Eintrittskartenkontrolle beim Mittagstor. Die Menschen werden immer mehr und mehr und mehr. Wo waren sie alle? Bei der Kassa waren sie nicht. Bunte Ameisen mit schirmen und Hüten auf einem der mächtigen Innenhöfen. 

Mein Reiseleiter sieht mein verzweifeltes Gesicht und sagt: „Geht’s.“ „Wenn die Reise in Bejing begonnen hätte, wäre ich sicherlich mit dem nächsten Flug wieder nach Wien geflüchtet. Ich will nach Hause. Bejing gefällt mir nicht und die Verbotene Stadt ist eine Ansammlung von roten unzugänglichen Häusern. Diese Sehenswürdigkeit ist völlig überschätzt. Die Innenhöfe sind kahl und mit Beton ausgegossen. Keine Sitzbänke. Keine Blumenträge. Kein Bäumchen.“ 

Mein Reiseleiter nimmt mich bei der Hand und führt mich durch weniger frequentierte Seitendurchgänge im Schatten von einem Hof zum nächsten. Endlich kann ich mir ein Haus von innen ansehen. Es ist die Halle der Harmoniewahrung. Vor dem vergitterten Tor ist eine um sich schlagende und schreiende und fotografierende Menschenmasse. Augen zu und durch. Weiter gehen im Schatten der Seitendurchgänge



Der Höhepunkt der Dränglerei ist vor dem vergitterten Tor der Inneren Thronhalle. Jetzt muss ich sterben. Ich werde erdrückt von fotografierenden Chinesen. Ich dränge mich nach meinem Foto rücksichtslos zurück.


Immer mehr Leute drängen sich durch die Tore weiter. In einen kleinen Garten. Es gibt hier so viele Menschen, dass kein Garten mehr übrig bleibt.
Jetzt weiß ich wieder ganz, ganz, ganz genau warum ich gerne in meinen kleinen Stadt Wien wohne. Ich bin mir sicher, dass es an einem Tag in der Verbotenen Stadt so viele Besucher gibt wie in ganz Wien an einem Tag.


Eckdaten:
1406 – 1420 gebaut unter Kaiser der Ming-Dynastie Yongle.
Fläche: 720.000 m² - verbaute Fläche 150.000 m² (890 Paläste)
Zimmer: 9.999 ½ nur im Himmelspalast soll es 10.000 Zimmer geben.


 


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