Der Bus der Linie 30 um 2,-- Yuan (0,30 Euro) bringt mich zur
Wildganspagode. Es ist später Vormittag und auf dem großen Platz vor dem
siebenstöckigen Gebäude sind Wasserspiele. Der Platz ist sicherlich so groß wie
das Kunsthistorische Museum der Länge nach und die Wassertropfen springen in
der Musik auf und nieder. Gut gemacht und schön zum Ansehen. Nach der
Vorstellung sind die Fontänen zu kleinen pulsierenden Wassersäulen geworden.
Mutige Kinder laufen barfuss durch die Wasserspiele.
Was mir auffällt, die Eltern sind sehr liebevoll zu ihren Kindern. Der
Nachwuchs ist ausgelassen und sehr brav. Keine hysterischen Mütter haben keine
hysterischen Kinder. Die Kleinen werden nicht gezerrt, gezogen, angeschrieben
oder hinter sich nachgezogen. Die Kinder werden gedrückt, gekuschelt,
gestreichelt und verwöhnt mit Spielzeug.
Pagode, was soll ich sagen. Haus mit Buddha, weiteres Haus mit Buddha.
Ein guter Vergleich die katholische Kirche: keine Kirche ohne Christus am
Kreuz.
Ich habe Hunger. Ein nahe gelegenes Lokal soll meine Rettung sein. Ich
bekomme die Speisekarte in Chinesisch. „Please in English.“ Gibt es nicht.
Egal. Meine Zettelchen waren wieder schneller als das Tablet vom Herrn
Reiseleiter.
Ich habe es geschafft zwei Suppen zu bestellen ein Mal mit Nudeln
und eine etwas deftigere. Die Kellnerin kommt zu mir. Sie will mir etwas sagen,
sie schreibt ihre Frage auf einen Zettel. Ich kann diese Spracht nicht
verstehen und diese Schrift nicht lesen. Sie hat es gut gemeint. „Herr
Reiseleiter kann das Tablet nicht sprechen.“ „Ja, kann es aber nur mit Wifi.
Hier gibt es kein Internet.“ „Diese Dinger bringen nichts.“ Schlussendlich war
das Essen vorzüglich und billig.
Mit dem Bus 5 zum Südtor der Stadtmauer und ins Stelen-Museum. Ich habe
mir das ein wenig anders vorgestellt. Stelen sind Steinplatten. In meiner
Fantasie stehen solche beschriftete Steinplatten im Freien. Hier stehen sie in
neun Häuser, ganz wenige habe ich in der freien Natur gefunden. Trotzdem sehr schön.
Ich kann einen Mann beobachten, der eine solche Tafel schreibt. Schriftzeichen
werden studiert und diskutiert. Rund um das Museum kann das Zubehör zum
Schreiben gekauft werden. Papier und alle Arten von Pinseln.
Eine Cappuccino in einem sehr besonderen Lokal. Wohnzimmer als Kaffeehaus
umfunktioniert. Super.
Einer Künstlerstraße entlang komme ich zum Aufgang der Stadtmauer am
Südtor. Netter Rundblick. Die Mauer ist 14 km lang und eine Umrundung würden
mir meine Füße übel nehmen. Ein Sonnenuntergang auf einer Dachterrasse mit
Blick auf die Stadtmauer krönt den Tag. Kein Geld in der Tasche und eine Zeche
von 300,-- Yuan (45,-- Euro) möchte ich mit VISA begleichen. Geht nicht. Beim
Betreten des Lokals habe ich gefragt ob eine Zahlung mit Kreditkarte möglich
ist. Ja, war die Antwort. Beim Begleichen der Rechnung sagt mir der Kellner nur
Local-Cards. Hallo, schaue ich aus wie ein Local. Ich kann auch mit meinem
Samarphone bezahlen. Hallo, schauts mich an, ich bin alt und unmodern. Mein
Reiseleiter verschwindet mit einer Kellnerin, die 10 Wörter Englisch spricht,
zu einem Geldautomaten. Der Reiseleiter kommt wieder und löst mich aus.
Liebe Grüße
Die Reisegruppe Piepmatz








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