Mittwoch, 12. April 2017

Shanghai – Jadebuddha-Tempel / Longhua / Yu-Garten

Sonnenschein und volles Programm.

Kein Frühstück. Aufbruch zum Jadebuddha-Tempel. Er steht in der Mitte eines Wohngebietes und rund um stehen Wohnhochhäuser. Die einzelnen Tempelgebäude beherbergen Buddha-Figuren und deren Beschützer oder Geister. Ich musste mir keine Schuhe vor dem Tempel ausziehen und ersparte mir den barfüßigen Gang durch Affenpisse, denn es gibt auch keine Makaken. Die Wächter des Buddhas sind unglaublich grimmige Gestalten. Stechende Augen, blaue Hautfarbe und für einen Kampf bereit.
Ich durfte in jedes Gebetshaus eintreten und auch fotografieren. Alles ohne Stress, sehr angenehm. Die Attraktionen sind zwei Jadebuddhas, die ein chinesischer Mönch aus Birma/Myanmar mitgebracht hat. Das Gebäude wurde zwischen 1918 bis 1928 errichtet.


Mittagessen in einem Lokal nahe dem Jadetempel. Freundlicher Empfang die Kellnerin spricht ganz, ganz wenig Englisch. Kein Problem ich zog einen Chinesisch-für-Anfänger-Zettel hervor und zeigte auf den Satz „Ich esse kein Fleisch.“ Sie nickt. Ich frage: „Soup?“ Sie macht große Augen. Ich sage „Pho“. Sie nickt und zeigt mir in der Speisekarte mit vier Fotos mit Suppen eine davon ohne Fleisch. Perfekt. Was will man mehr.
Das Tablet meines Reisebegleiters war noch nicht gestartet, hatte ich schon bestellt. Ergebnis: mit den Papierln geht es noch immer schneller als mit der Technik. Entweder hat dieses Kastl keinen Strom oder macht sonst Mucken.

Als Metro Profi geht es weiter zum Longhua-Tempel und Friedhof. Der Tempel ist etwas Besonderes, er hat einen siebenstöckigen Turm. Die Anlage ist typisch buddhistisch. Viele kleine Pavillons mit einer Buddha-Statue oder einer Ansammlung von Gottheiten. 


Der Friedhof der Märtyrer liegt in einer wunderbaren Parkanlage. Die Pensionisten gehen ihren sportlichen Aktivitäten nach, Familien schieben den Kinderwagen und ehrfürchtig wird an jene gedacht, die im Kampf für den chinesischen Kommunismus ihr Leben ließen. Im Besonderen wird gedacht an jenen Arbeitern, Aktivisten und Studenten, die in den 1920er Jahren von Chiang Kaisheks niedergemetzelt wurden. Das Friedhofsgelände war einst das zentrale Exekutionsgelände. Die Ehrenpyramide beherbergt 250 Märtyrer, die sich Chiangs Soldaten entgegenstellten.
Es ist ein sehr friedlicher Ort. Außerhalb der Ummauerung gibt es eine Baustelle und viel Verkehr – kaum hörbar.





Yu Yuan ist das berühmteste Beispiel klassisch chinesischer Gartenkunst. Ein kleiner Teich mit der Zick-Zack-Brücke zu einer überteuerndem Kaffeehaus, Massen an Menschen, ich wurde über diese Brücke geschoben, ich konnte weder vor noch wieder zurück, „Hilfe! Hilfe! Ich ertrinke in den Massen.“ Der Garten schön aber verdorben durch zu vielen Besucher. Ich konnte weder Ruhe, noch Vögelgezwitscher, noch Inspiration und schon gar nicht meine Mitte finden. Hier ist die Besinnlichkeit erstickt.

Zum Bund und die letzten Fotos der Skyline von Podong machen, einen Cocktail mit Ausblick, der letzte Tag in Shanghai mit Sonnenuntergang und klarer Sicht zu Enge geht.



Info: Metro-Netz von Shanghai. Super Übersichtlich, kein Verfahren möglich, gute Beschriftungen auch in lateinischen Lettern, Durchsagen im Zug in Chinesisch und Englisch, es gibt Übersichtspläne der Ausgänge, ein Verlaufen ist unmöglich. Ich, als völliger desorientierter Mensch, habe mit perfekt mit 13 Linien zu Recht gefunden.

Konfuzius sagt: Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.


2 Kommentare:

  1. Super Skyline. Um den Massen auszuweichen musst zeitiger in der Frühe oder am Abend gehen. Manchmal kommt man denen aber nicht aus. Bussale

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  2. Das ist richtig. Es gibt an einem langen Besichtigungstag immer etwas, das nicht ins optimale Zeitfenster passt. Macht nichts.

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