Kein Frühstück. Aufbruch zum Jadebuddha-Tempel. Er steht in der Mitte eines
Wohngebietes und rund um stehen Wohnhochhäuser. Die einzelnen Tempelgebäude beherbergen
Buddha-Figuren und deren Beschützer oder Geister. Ich musste mir keine Schuhe
vor dem Tempel ausziehen und ersparte mir den barfüßigen Gang durch Affenpisse,
denn es gibt auch keine Makaken. Die Wächter des Buddhas sind unglaublich
grimmige Gestalten. Stechende Augen, blaue Hautfarbe und für einen Kampf
bereit.
Ich durfte in jedes Gebetshaus eintreten und auch fotografieren. Alles
ohne Stress, sehr angenehm. Die Attraktionen sind zwei Jadebuddhas, die ein
chinesischer Mönch aus Birma/Myanmar mitgebracht hat. Das Gebäude wurde
zwischen 1918 bis 1928 errichtet.
Mittagessen in einem Lokal nahe dem Jadetempel. Freundlicher Empfang die
Kellnerin spricht ganz, ganz wenig Englisch. Kein Problem ich zog einen
Chinesisch-für-Anfänger-Zettel hervor und zeigte auf den Satz „Ich esse kein
Fleisch.“ Sie nickt. Ich frage: „Soup?“ Sie macht große Augen. Ich sage „Pho“.
Sie nickt und zeigt mir in der Speisekarte mit vier Fotos mit Suppen eine davon
ohne Fleisch. Perfekt. Was will man mehr.
Das Tablet meines Reisebegleiters war noch nicht gestartet, hatte ich
schon bestellt. Ergebnis: mit den Papierln geht es noch immer schneller als mit
der Technik. Entweder hat dieses Kastl keinen Strom oder macht sonst Mucken.

Als Metro Profi geht es weiter zum Longhua-Tempel und Friedhof. Der
Tempel ist etwas Besonderes, er hat einen siebenstöckigen Turm. Die Anlage ist
typisch buddhistisch. Viele kleine Pavillons mit einer Buddha-Statue oder einer
Ansammlung von Gottheiten.
Der Friedhof der Märtyrer liegt in einer wunderbaren Parkanlage. Die Pensionisten
gehen ihren sportlichen Aktivitäten nach, Familien schieben den Kinderwagen und
ehrfürchtig wird an jene gedacht, die im Kampf für den chinesischen Kommunismus
ihr Leben ließen. Im Besonderen wird gedacht an jenen Arbeitern, Aktivisten und
Studenten, die in den 1920er Jahren von Chiang Kaisheks niedergemetzelt wurden.
Das Friedhofsgelände war einst das zentrale Exekutionsgelände. Die
Ehrenpyramide beherbergt 250 Märtyrer, die sich Chiangs Soldaten
entgegenstellten.
Es ist ein sehr friedlicher Ort. Außerhalb der Ummauerung gibt es eine
Baustelle und viel Verkehr – kaum hörbar.

Yu Yuan ist das berühmteste Beispiel klassisch chinesischer Gartenkunst.
Ein kleiner Teich mit der Zick-Zack-Brücke zu einer überteuerndem Kaffeehaus,
Massen an Menschen, ich wurde über diese Brücke geschoben, ich konnte weder vor
noch wieder zurück, „Hilfe! Hilfe! Ich ertrinke in den Massen.“ Der Garten
schön aber verdorben durch zu vielen Besucher. Ich konnte weder Ruhe, noch
Vögelgezwitscher, noch Inspiration und schon gar nicht meine Mitte finden. Hier
ist die Besinnlichkeit erstickt.
Zum Bund und die letzten Fotos der Skyline von Podong machen, einen
Cocktail mit Ausblick, der letzte Tag in Shanghai mit Sonnenuntergang und
klarer Sicht zu Enge geht.
Info: Metro-Netz von Shanghai. Super Übersichtlich, kein Verfahren
möglich, gute Beschriftungen auch in lateinischen Lettern, Durchsagen im Zug in
Chinesisch und Englisch, es gibt Übersichtspläne der Ausgänge, ein Verlaufen
ist unmöglich. Ich, als völliger desorientierter Mensch, habe mit perfekt mit
13 Linien zu Recht gefunden.
Konfuzius sagt: Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die
großen Vorhaben zum Scheitern.






Super Skyline. Um den Massen auszuweichen musst zeitiger in der Frühe oder am Abend gehen. Manchmal kommt man denen aber nicht aus. Bussale
AntwortenLöschenDas ist richtig. Es gibt an einem langen Besichtigungstag immer etwas, das nicht ins optimale Zeitfenster passt. Macht nichts.
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